Anders – ein kulturelles Tabu

‚funktional‘

‚Norm‘ als ‚zu befolgende Vorschrift‘ moechte ich auf ihre ‚Funktionalitaet‘ und Folgen ueberpruefen duerfen. Es charakterisiert mich seit meiner fruehesten Kindheit, das immer schon bis ins kleinste Detail getan zu haben. Daher finde ich es ziemlich absurd, mir von normkonformen Menschen sagen zu lassen, welche Defizite mein Verhalten in ihren Augen aufweist. Denn sie fragen mich dabei nicht, weshalb mir die eine oder andere Norm als ‚ziemlich widersinnig‘ vorkommt. Sie scheinen weniger an den Folgen ihrer Normen als an deren Befolgung interessiert zu sein.

Rolf Reinhold http://aspi.fitforfuture.de/

‚individuell‘

Es gibt Menschen, die sich als kleine Kinder deutlich von anderen unterscheiden. Geltende Normen scheinen dazu zu ermaechtigen, sie als unnormal zu bezeichnen. Das, worin sie sich unterscheiden, wird als defizitaer aufgefasst. Ihr anderes Verhalten, ihr anderes Sich-Entwickeln, ihre andere Wahrnehmung, ihr anderer Koerper beeintraechtigt, ja stoert ihre Enkulturation, weil es Normen nicht entspricht bzw. Normverletzungen zur Folge hat. In der Regel wird alles nur Denkbare auf dem Therapiemarkt genutzt, um fuer den fragwuerdigen Wert ‚Konformitaet‘ dieses Andere auszumerzen. Ignoriert wird dabei fast immer die Moeglichkeit vom anderen Habitus dieser kleinen Menschen ausgehend, sie auf angemessene Art und Weise anzuleiten und zu unterstuetzen, damit sie lernen koennten, im Rahmen der vorhandenen Normen mit sich und anderen klar zu kommen.

Unterscheidet sich nicht jedes Kind von anderen? Kein Mensch duerfte normgerecht auf die Welt kommen. Jedes Kind ist anders. Mein urspruengliches Andere wurde mir – wie vielen anderen auch – verwehrt. Mal war es mein Widerstand, mal ungewoehnliche Klamotten, mal mein traditionelles Philosophieren, mal meine anderen Haare, mal mein anderes Unterrichten, meine anderen Schlaf- und Ordnungsgewohnheiten, u.v.a.m., in denen dieses natuerliche Beduerfnis nach einem eigenen Anderen sich bemerkbar machte.

‚authentisch‘

Heute bin ich 62 und habe vor wenigen Jahren begonnen zu lernen, meinen jahrzehntelang enkulturierten Habitus mit anderen Augen zu sehen. Rolf Reinholds kulturneutrales Coachen und Philosophieren hat mir dies ermoeglicht. Es gibt jetzt Sichten fuer mich auf mich, auf die Dinge, auf andere – ‚jenseits von gut und boese‘. Sichten, die mir emoeglichen selber zu entscheiden, wie ich mich einfuegen möchte.

‚habitus‘ kann ein Kleidungsstueck bezeichnen, das Menschen als Angehoerige einer bestimmten Berufsgruppe oder Ethnie kenntlich macht. ‚habitus‘ kann sich in ‚Normenkonformitaet‘ erschoepfen. Es gibt einen ‚habitus‘, dessen biophysiologischen Prinzipien zur eigenen Natur gehoeren und den man authentisch entwickeln kann: Das bringt dann das jeweils eigene Andere – spontan und situativ passend – hervor, das mit anderen im Kontakt leben moechte. Moeglicherweise brauchen Menschen nicht mehr, weil so tiefe menschliche Beduerfnisse befriedigt werden koennen.

Die eigenen Werte eines Menschen sind zuerst aus unbewusster UEbernahme, sowie Erlebnissen und Erfahrungen entstanden. Spaeter hat sich jeder von uns Werte und Verhaltensweisen zulegen müssen, die eigentlich nicht zu den vorherigen eigenen Vorstellungen passten. „Werte“ sind die Grundlage, auf der jede kleinste unserer Entscheidungen basiert. Wenn diese Werte jedoch nicht aufeinander abgestimmt (stimmig) sind, führt das daraus entstehende Verhalten bei uns selbst und anderen zu unnötigen Irritationen. Angesichts der zunehmenden Fuelle von Entscheidungen ist es sinnvoll, einen Teil unserer Energie und Aufmerksamkeit darauf verwenden, Unstimmigkeiten bei uns selbst zu aufzudecken und zu bearbeiten.

Rolf Reinhold                                                                                              http://fitforfuture.de/ger/features/feature3.htm#top

Welche Art von Anleiten fürs Finden des Eigenen Rolf Reinhold bieten kann, laesst sich hier nachlesen: http://fitforfuture.de/ger/features/featpro5.htm

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