Die Philosophie ist ein Gespenst.

Die Philosophie hat ausgerungen. Wie kann das sein, wenn es doch Philosophen gibt? Nun man kann ja Altes in kleinen Varianten wiederholen, Vergangenes erzaehlen, private Geistreichelei treiben – es ist doch nur ein Scheinleben, ein Gespenst geht um. “ (Tragikomoedie, S. Vf)

Wahle beschrieb die gespenstischen philosophischen Taetigkeiten, als „alte Probleme ausgraben und daran nagen“. 

Er verfasste eine Philosophiegeschichte, die der Aufloesung der Philosophie dienen sollte. Er nannte sie die „Tragikomoedie der Weisheit“, versprach sich aber wenig von deren Nutzen für dieses Vorhaben. Der philosophische Unsinn werde nie dadurch ausgeschaltet, dass er widerlegt wird, er kann nur an sich selber sterben. 

Er wolle dem interessierten Leser aber Material und Beispiele liefern, um sich persoernlich gegen die Übergriffe des sich wiederholenden philosophischen Unsinnes zu verwahren.

„Allen die Unrecht tun, sei verziehen; sie konnten nicht anders, aber der Wissbegierige sei gegen Schwindel geschützt.“ (Tragikomödie, S. 53)

Er bezeichnete philosophische Ansichten jedoch als Unsinn und fügte hinzu, sich nicht an dem „Ausdruck“ zu stören. „Man könnte ja auch noblere Wendungen gebrauchen, wie: nicht ganz durchdacht, kann nicht allgemeine Zustimmung finden, ist nur von teilweiser Berechtigung usw. … oft aber sind solche milden Ausdrücke nur feige Verschleierung der Meinung des Kritikers.

Man darf den Leser nicht darüber in Zweifel lassen, wenn er vor einem vollen Widerspruch, völliger Unbrauchbarekit, Verkehrtheit, eben vor Unsinn steht.“ (Tragikomoedie, S. 56)

Richard Wahle: Tragikomödie der Weisheit. Wien/Leipzig 1925.  

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