Mein Interesse fuer Bataille …

… ergab sich, als ich an einem philosophischen Artikel fuer Wikipedia arbeitete. Der Bataille-Artikel, auf den ich dabei stiesz, war ziemlich unvollstaendig und die philosophischen Teile fuer einen Leser ohne Kenntnisse von Batailles Schriften wenig nachvollziehbar.

Waehrend der Lektuere von Michel Suryas Bataille-Biographie entstand mein erster Eindruck – der sich durch weitere Lektueren bestaetigte -, dass Batailles ’schreiben‘ und ‚denken‘ in sehr ausgepraegter Weise mit dem ersten Fünftel seines Lebens zusammenhing.  Es gibt Philosophen, bei denen sich kaum Spuren derartiger Zusammenhaenge finden.  Bataille thematisierte diesen Zusammenhang. Seine Schriften sind zwar nicht direkt autobiographisch, aber sie nähren sich von seinem Leben, meinte Ian Pindar, Rezensent beim Guardian.

Mein erstes Resuemee war: Es gibt Menschen die erleiden ein Schicksal, das sie dem Chaos aussetzt. Sie arrangieren sich mit diesem Chaos und orientieren sich, indem sie sich z. B. ihr eigenes Utopia erfinden. Georges Bataille scheint zu diesen gehoert zu haben. Er erfand ein unverwechselbares ‚philosophieren‘ innerhalb von Dichtung und Wissenschaft. Die surrealistische Bewegung bot ihm vermutlich einen gesellschaftlich minimal akzeptierten Rahmen, dieses ‚philosophieren‘ in einem Kreis von anderen ‚Utopianern‘ zu tun – ‚Utopisten‘ passt nicht, das Wort hat die Mitbedeutung von Menschen, die eigentlich ueberfluessig sind. Bataille soll sich – nach Auskunft der zwei Biographen Michel Surya und Stuart Kendall – eine Zeitlang in der experimentierfreudigen Gruppe um Alfred Metraux, André Masson, Joan Miró und Michel Leiris sehr wohl gefuehlt haben.

Das Chaos seiner Erlebnisse ergab bestimmte Erfahrungen – Rolf Reinhold bezeichnet – fuer mich sehr brauchbar – ‚Erfahrungen‘, als Schlussfolgerungen aus dem, was ein Mensch erlebt hat. Diese Erfahrungen lieszen Ideen fuer die folgenden, zwei groszen Vorhaben entstehen,

  • 1. … in allem das Gegenteil zu tun und zu denken, was sein Vater getan und gedacht hatte.
    2. … die Gesamtheit aller Arten menschlichen Verhaltens zusammen mit natuerlichen Ablaeufen komplett und umfassend darzustellen.

Keines dieser beiden Vorhaben setzte er vollstaendig um. Mehrere Jahre lang beschaeftigte er sich intensiv mit dem christlichen Glauben. Er wartete auf einen göttlichen Ruf, um Mönch oder Priester zu werden. Er wartete vergeblich. Er fand im christlichen Glauben überhaupt keine Orientierung fuer sein Handeln. Wie seinem Vater blieb Bataille der Zugang zum christlichen Glauben verschlossen. Beim Studieren der Religionsgeschichte fand er dennoch Anregungen fuer sein ‚denken‘.

Die Gesamtheit menschlichen und natuerlichen Lebens, die „Totalitaet des Seins“ entglitt ihm beim ’schreiben‘, was ihm vorgeworfen wurde. Genauso unpassend wäre es, ihm vorzuwerfen, dass er bis ans Lebensende in panischen Schrecken geriet, wenn er sich an seine Kindheit erinnerte.  Die Vielzahl aller Aspekte des Lebens mit einem Blick zu erfassen, halte ich fuer ein XXXL, typisch jugendliches Vorhaben. Hier verschaetzte er seine Faehigkeiten und Kapazitaeten. Ich gehe sogar davon aus, dass Menschen prinzipiell nicht in der Lage sind, eine derartige umfassende XXXL- Sicht – einschlieszlich aller Details – zu bilden. Das macht mich so skeptisch gegen Theorien, mit denen Menschen die Welt verbessern moechten. Bataille machte aus seinen Problemen mit einer umfassenden Theorie eine Tugend und aeuszerte, dass er so seine Souveraenitaet bewahre. Ausrede? Möglich. Für mich handelt es sich eher um die begrenzten Moeglichkeiten sprachlicher Kommunikation, die Bataille als ’schwache Kommunikation‘ bezeichnete.

Alles, was moeglich ist, in die Gesamtheit, in die „Totalitaet seines Seins“ zu integrieren, scheint mir ein charakteristisches Merkmal von Batailles ‚denken‘ zu sein. Ich sehe seine ’neuen Mythen‘, die er erfand, damit im Zusammenhang stehend. Mythen haben den Vorteil, dass sie „alles Moegliche“ verborgen hinter Metaphern mitmeinen und so eine maximale Zahl an Interpretationen zulassen. Als Beispiel ein Satz aus Der Schlieszmuskel der Sonne (L’anus solaire, 1927): „Der grosze Koitus mit der himmlischen Atmosphaere wird durch die Laufbahn der Erde um die Sonne bestimmt.“ Diese Dichtungen mit der Natur wirken auf mich reizvoll. Sie reduzieren außerdem komplexe Zusammenhänge auf ein überschaubares Bild. Und diese Bilder sind Geschichten, die Menschen sich erzählen. Mythen sind Geschichten, die durch Hörensagen umherlaufen. Bataille wollte das gemeinsame Wirken rationaler und irrationaler Elemente in der Welt darstellen. Dazu passend sollte eine neue „mythologische Anthropologie“ nach Art des oben zitierten Satzes entstehen, in der er irrationale Hypothesen darstellen wollte. Auch diese Idee umzusetzen, ist ihm nur in Ansaetzen (Der verfemte Teil,1949.) gelungen. Doch ich finde es anregend und menschlich, wenn Menschen Unvollstaendiges schreiben. Dies kommt meinem philosophisch begruendeten Vorurteil zugute, dass Menschen nie damit fertig werden, die Dinge so zu sehen, wie sie ihnen erscheinen. Da die Menschen und die Dinge sich staendig aendern, aendern sich menschliche Sichten. Um dagegen fertige Sichten zu produzieren, etwas abschließend zu behandeln, müssen Menschen dogmatisch denken, was Bataille nicht getan hat.

„Schreiben heißt, das Glueck suchen. Das Glueck belebt die kleinsten Teile des Universums: das Funkeln der Sterne ist seine Kraft, eine Feldblume sein Zauberspruch. … Der Zipfel des Gluecks ist von der Traurigkeit der Geschichte des Auges (1928) verschleiert. Ohne diese Geschichte waere er unerreichbar.“ (Das obszoene Werk, S. 190.)

Wenn die Wahrheit unerfahrbar ist …

… dann macht es eigentlich keinen Sinn, recht zu haben oder ueberzeugen zu wollen. Aber muss es nicht so etwas wie Wahrheit, etwas Gleichbleibendes geben, etwas von dem aus Menschen verlaesslich handeln koennen? Dieses Gleichbleibende gibt es, auch wenn es sich anders zeigt, als die absolute Wahrheit, der Philosophen seit Jahrhunderten die Eigenschaften ‚unveraenderlich‘, ‚gleich bleibend‘, ‚fortdauernd‘ … etc. zuschreiben. ‚Gleichbleibendes‘ entsteht naemlich im Zuge alltaeglicher Ereignisse und nicht durch Hoehenfluege metaphysischer Spekulationen.

Alltaeglichen Erlebnissen mit Menschen, Tieren, Pflanzen und Naturphaenomenen folgen Eindruecke des ‚Gleichbleibenden‘.  Meinem Nachbarn Borowski, meiner Nachbarin Niebuhr, dem Nachbarskind Tanja, dem Hausmeister, dem Postboten … etc. begegne ich immer wieder. Ich erkenne sie wieder, wenn ich auf sie treffe. So erhaelt der Sachverhalt, dass sie vorhanden sind, den Charakter von ‚gleich bleibend‘. Ebenso ist es mit weiter entfernt lebenden Personen, denen ich moeglicherweise seltener begegne. Dass ich sie seltener treffe, beeintraechtigt moeglicherweise. die Staerke meines Eindrucks, die Vorstellung, dass sie gleich bleibend vorhanden sind, verhindert dies aber nicht. Aehnlich verhaelt es sich mit Tieren, Pflanzen und Naturphaenomenen.

Das sich wiederholende Erlebnis, dass ich ihnen immer wieder begegne und sie wieder erkenne, wird zum Anlass, davon auszugehen, dass sie vorhanden sind und zwar auch dann, wenn ich sie gerade nicht sehe. Ich gehe davon aus, dass ich jederzeit auf sie treffen kann. Ich sage dann, Borowski wohnt in Haus Nr. 7, er sieht so und so aus, ist Junggeselle, arbeitet als Busfahrer … etc. Wie fluechtig derart ‚gleich bleibendes‘ ist, kennt jeder aus der Erfahrung, dass die betreffende Person wegzieht, heiratet, arbeitslos wird, auswandert, stirbt … etc. Naturphaenomene wie Fluesse, Meere, Berge, Taeler, Sterne hinterlassen einen staerkeren Eindruck von ‚gleich bleibend‘ bei mir, weil sie u. a. ueber lange Zeitraeume quasi ‚gleich bleibend‘ erlebt werden. So kann ich beispielsweise jahrelang meine Ferien in den Bergen verbringen im Hinblick auf die Vorstellung, bestimmte Berge ‚gleich bleibend‘ wieder zu sehen. An dieser Vorstellung aendert auch nichts der Sachverhalt,  dass auch Berge, Fluesse, Meere, Taeler, Sterne … etc. sich veraendern, Katastrophen z. B. veraendern das Bild von Landschaften. Erdgeschichtlich ist ferner bekannt, dass Erdteile, klimatische Verhaeltnisse und Populationen von Lebewesen verschwinden und durch neue ersetzt werden. Fatalerweise wird den vorgestellten Sachverhalten das Woertchen ‚immer‘ zugeordnet. Obwohl dieses Woertchen auf Nachfrage nur in einem zeitlich begrenzten Rahmen zutreffend ist, bringt die Art des Redens die Sachen doch dem Charakter des ‚unveraenderlich‘, ‚gleich bleibend‘, ‚fortdauernd‘ … etc. naeher. Derartige sprachliche Gewohnheiten unterstuetzen die menschliche Neigung davon auszugehen, dass etwas ‚gleich bleibend‘ vorhanden sei.

David Hume vermutete, dass nach einer Reihe bestimmter, aehnlicher Erlebnisse quasi wie von selber eine Vorstellung von ‚gleich bleibenden‘ Zusammenhaengen entstehe. Er nannte als Quelle dieser menschlichen Eigenart aus aehnlichen Ereignissen auf ‚gleich bleibendes‘ zu schliessen ‚habit‘ bzw. ‚custom‘ je nach dem, ob es sich dabei um etwas individuell oder gemeinschaftlich Erworbenes handelt. [vgl. dazu Humes ‚Abhandlung ueber die menschliche Natur‘ und dort v. a. den 3. Teil des ersten Bandes.] Neurobiologen unserer Zeit verweisen darauf, dass eine Reihe bestimmter, aehnlicher Erlebnisse die Vorraussetzung dafuer ist, um Menschen dazu zu veranlassen zu sagen, dass bestimmte Zusammenhaenge regelhaft und so notwendig sind. Diese Regelhaftigkeiten sind verursacht durch Aehnlichkeiten von Ereignissen und Erlebnissen. „Das ist ganz praktisch, denn die Regeln von gestern gibt es morgen auch noch.“, aeusserte dazu Manfred Spitzer. Er weist so darauf hin, dass ‚gleich bleibendes‘ unserer Erfahrung dem Menschen orientieren ermoeglicht. (Vgl. Manfred Spitzer: Wie lernt das Gehirn? , S. 6. Vortrag. Hier verlinkt.)

Vermutlich also tragen unsere neurophysiologische Plastizitaet und kulturell erworbene Seh-Gewohnheiten dazu bei, dass Menschen Vorstellungen von ‚gleich bleibend‘ entwickeln. Die meisten Menschen sind zu sehr mit ihrer Lebensgestaltung beschaeftigt, als dass sie merkten, in welchem Ausmass sie einzelne, sich aehnlich wiederholende Erlebnisse in ‚unveraenderlich‘, ‚gleich bleibend‘, ‚fortdauernd‘ … etc. ummuenzen und irgendwann ganz selbstverstaendlich behaupten, bestimmte Dinge seien ‚gleich bleibend‘. Es wird vergessen, dass dies nur begrenzt gueltig ist. Diese Neigung fuehrt dann – wenn es um religioese Wahrheiten geht – zu gefaehrlichen Einstellungen und Konsequenzen. In der abendlaendischen Philosophie entwickelte sich daraus der Mainstream ‚Metaphysik‘. Dieser war und ist mit Philosophen bevoelkert, die ‚gleich bleibendes‘ ins Auge fassten und ihr Philosophieren mit entsprechenden Spekulationen zu diesem Ziel hintreiben wollten. Dabei loesten sie ‚gleich bleibendes‘ aus dem Lebenszusammenhang heraus. Sie verabsolutierten eine Eigenschaft. Diese ‚Wahrheitsliebhaber‘ haben sich zwar in der Gegenwart mehrheitlich von der Metaphysik losgesagt. Sie verraten aber durch die verschiedensten Hinweise ihre implizite Neigung dafuer. Am deutlichsten zeigt sie sich, wenn Philosophen dafuer eintreten, dass sie ‚recht haben‘. Philosophische Gespraeche, die vom ‚argumentieren‘ (u. a. ‚beweisen‘) leben, sind dafuer charakteristisch.

Ich behaupte, dass Philosophen, die davon ausgehen, dass die Wahrheit keiner je kannte, noch kennt, noch je kennen wird, nicht recht haben moechten. Sie halten ‚recht haben‘ naemlich weder fuer moeglich, noch fuer nuetzlich. Diese Idee, dass ‚recht haben wollen‘ weder eine philosophische Tugend sei noch dem ‚philosophieren‘ nuetze, hoerte ich vor Jahren zum ersten Mal von dem Philosophen Rolf Reinhold. Er sagt ueber sich, dass ‚recht haben wollen‘ nicht seine Sache sei. In vielen Gespraechen mit ihm seit 2006 habe ich die positive Wirksamkeit seiner Maxime an mir selber erlebt. Reinholds ‚akzeptieren‘ statt ‚argumentieren‘ hat es mir ermoeglicht zu merken, dass mein ‚recht haben wollen‘ nicht nur meinem eigenen Philosophieren im Wege stand, sondern auch meinem Handeln.

Individuelles ueberschreiten II

Jan Kuhlbrodts Hinweis zu dem Artikel „individuelles ueberschreiten I“ auf Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung eines Menschen hat mich zu interessanten Ergebnissen der Kognitionswissenschaften gefuehrt. Hier habe ich ein ‚paper‘ der Universitaet Wuerzburg verlinkt, das einen Ueberblick ueber kognitionspsychologische Experimente, deren Ergebnisse und die Theorien dazu gibt. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich fuer mich diesen Ueberblick auswerten konnte. Einerseits habe ich die verwendeten Bezeichnungen mit meinen Assoziationen verbinden muessen, bis sie fuer mich interpretierbar wurden. Andererseits sind die Experimente unvollstaendig beschrieben, so dass ich sie wohl nur teilweise kapiert habe. Ich habe die Luecken imaginativ geschlossen und mir so ein eigenes – vermutlich sehr irrtumsbehaftetes – Bild gemacht.
Dieses Bild – das wiederum ein ‚verdichten‘ von eigenen Assoziationen ist, die waehrend meines ‚verarbeiten‘ der Lektuere entstanden – nahm ich zum Anlass um meine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Doch zuerst zum oben erwaehnten ‚paper‘. Mein Fazit daraus: Jean Piagets Theorie, dass die ersten ‚kognitiven Strukturen‘ – was immer das auch sein mag – mit 9 Monaten entstehen, wurde nach unten hin korrigiert. Die experimentell erhobenen Forschungsergebnisse veranlassen inzwischen die Forscher zu Theorien, dass bereits im Mutterleib „Repraesentationen“ entstehen, die dem Neugeborenen ‚unterscheiden‘ zwischen Bekanntem und Unbekanntem ermoeglichen. Die Bezeichnung „Repraesentation“ scheint in diesem ‚paper‘ von den forschenden Autoren fuer eine Art „kognitive Struktur“ zu stehen.

Gleichgueltig um welche Variation der Fragestellung, des experimentellen Aufbaus und des Ergebnisses es sich handelt, die forschenden Autoren greifen im Diskurs ihrer Wissenschaft und zur Abgrenzung von anderen Wissenschaften auf die Bezeichnung „Repraesentation“ oder aehnliche Bezeichnungen zu. So verhielt sich Piaget, als er die Bezeichnung ‚Objektpermanenz‘ zur Bezeichnung fuer seine Annahme „kognitive Struktur“ benutzt.

Dabei wird unausgesprochen sowohl fuer ‚Repraesentation‘ wie fuer ‚Objektpermanenz‘ unterstellt, dass sie etwas bezeichnen, mit dem sich ueber wissenschaftliche Standards verhandeln liesze. Aus meiner Sicht – ‚individuelles ist unhintergehbar‘ (Rolf Reinhold) – handelt es sich dabei um vergleichbare Sichten der betreffenden Autoren, die sich diese unabhaengig und auszerhalb ihrer Experimente angeeignet haben. Ihre jeweils individuellen Sichten schaffen den individuellen Rahmen fuer Theorien, wie sie Kognitionswissenschaftlern akzeptabel erscheinen. Dies entspricht der in der Regel zugestimmten Behauptung, dass auch wissenschaftliche ‚Erkenntnis‘ subjektiv bzw. relativ sei, fuehrt aber selten – ich behaupte sogar nie – zu konsequentem ’nach-denken‘. Vergleichbar dem „Neun-Punkte-Problem“ verbleibt man unausgesprochen innerhalb der Grenzen bereits vorhandener Standards und beschraenkt sich auf das, was innerhalb dieser moeglich ist. Dies fuehrt im vorliegenden Falle – wie in allen anderen aehnlich gelagerten Faellen – zu einer Festschreibung von Theorien und gewohnten Sichten. Das rahmensprengende Potential von Experimenten wird uebersehen.

Physistische Philosophinnen gehen davon aus, dass konsequentes ’nach-denken‘ und dabei ‚ausgehen‘ von dem, was sensorierbar ist, andere Schlussfolgerungen ermoeglicht, die rahmensprengend wirken koennen.
Die im ‚paper‘ angefuehrten Experimente legen nicht notwendigerweise nahe, dass geistige Strukturen der Motor fuer die Verhaltensenderungen eines neugeborenen Menschen sind. Dies ist – wie schon oben erwaehnt – die Interpretation von Wissenschaftlern, die davon ausgehen, dass ‚geistiges‘ etwas sei, das notwendigerweise zum Menschen gehoere. Im Falle „kognitive Struktur“ wird ferner – ebenfalls unausgesprochen – unterstellt, dass ‚geistiges‘ Grenzen transzendieren koenne und so in eine Art „geistige Schnittmenge“ zwischen Individuen münde. Diese Auffassung kennzeichnet u. a. den transzendentalphilosophischen wie den sprachphilosophischen Diskurs in der Philosophie. In Erziehungs- und Lerntheorien sowie in Unterrichtsdidaktiken wird damit die Überlegenheit des Lehrenden über den Lernenden behauptet. Ich halte dies fuer eine mythische Denkfigur, die aber von denen ueblicherweise mit verwendet wird, die diesem Mythos verbunden sind. Ich kann keinen konkreten Anhaltspunkt dafuer finden, dass ich denkend und handelnd meine individuelle Welt verlassen kann.

Ich schliesze aus denen im ‚paper‘ erwaehnten Experimenten, dass die jeweils individuelle neurophysiologische Ausstattung der Motor von ‚entwickeln‘ ist, die vielfaeltig angeregt adaequates ‚handeln‘ und ’nach-denken‘ ermoeglicht. Die Strukturen, die dabei entstehen, sind neurobiologischer Art. Sie werden durch ‚benutzen‘ funktionstuechtiger. Es sind meine Strukturen. Ich kenne keinen Fall – auszer ich haette einen siamesischen Zwilling – in dem ich, mit neurobiologischen Strukturen eines anderen verbunden sein koennte. Andere schließen von neurobiologischen Strukturen auf kognitve. Das ist mir zu weit gehend.

Eventuell funktioniert auch das, um den traditionellen Rahmen verlassen zu können: Sowohl ‚reden‘ wie ‚denken‘ ueber den Menschen sind vollgemuellt mit Jahrhunderte alten Bedeutungen. Es koennte ‚weiterentwickeln‘ befoerdern, wenn ‚reden‘ und ‚denken‘ – z. B. nach einer Art Simplify-Methode – ausgemistet wuerden.

Gewissheiten und ‚letzte Gruende‘



Unter den ersten Huetten, die Menschen sich bauten, waren solche, die auf Pfaehlen standen. Diese Konstruktion diente vermutlich dem Schutz vor Gefahren. Solange die Pfaehle hielten, konnten sie mehr oder weniger lange Garanten dieses Schutzes sein.

Gewissheiten werden erworben

Aehnlich duerfte es sich mit Gewissheiten verhalten, die Menschen fuer sich erfinden. Ich denke, Menschen brauchen Gewissheiten, nur scheinen sich Menschen in der Regel nicht darueber im klaren zu sein, wie es sich mit Gewissheiten verhaelt, bzw. wie es um die jeweilig eigenen bestellt ist. Gewissheiten scheinen ‚mit der sich wiederholenden Abfolge aehnlicher Ereignisse‘ (David Hume) zu entstehen. Sie beruhen also auf Vergangenem, sind ‚Setzungen aus Erfahrung‘ (Rolf Reinhold) und koennen daher nur eine probabilistische Sicherheit bieten. Ein anderer Schutz als dieser scheint uns Menschen nicht zur Verfuegung zu stehen.

Inzwischen erlaeutern Neurowissenschaftler: Sich aehnlich wiederholende afferente Ereignisse und ihnen folgende efferente Ereignisse ergeben mit der Zeit bestimmte neuronale Aktivitaetsmuster. Durch diese quasi regelgeleitete Arbeitsweise wird unsere organische Effizienz optimiert. Dies laesst sich u.a. an allen unseren motorischen Faehigkeiten (Bewegungen einschließlich Sprache=’handeln‘) ablesen, die jeweils erworbene Aktivitaetsmuster voraussetzen. Der Erwerb solcher Aktivitaetsmuster ist u.a. an Zeit und Wiederholung gebunden. Feststellbar ist aber auch, dass neuronale Aktivitaetsmuster durch optimierte ersetzt werden koennen. Unter Leistungssportbedingungen genuegt es z.B. nicht, die ueblicherweise erworbenen Bewegungsablaeufe einzusetzen. Bewegungsablaeufe muessen veraendert werden, wenn jemand im Wettbewerb mit anderen mithalten moechte. Die Veraenderung erfolgt ueber Reflektion der eigenen Bewegungsablaeufe unter Einbeziehung sportwissenschaftlicher Forschungsergebnisse und dem Trainieren veraenderter Bewegungsablaeufe.

Gewissheiten aendern sich

Menschen leben mit vielen Gewissheiten, meistens ohne damit zu rechnen, dass Gewissheiten, wie alles im menschlichen Leben Veraenderungen unterworfen ist. Auch unsere pfahlhuettenbauenden Vorfahren duerften erlebt haben, dass Holz im Wasser stehend seine Stabilitaet verliert. Die Gewissheit, dass die Waende eines Hauses stabil seien, wird kontrastiert durch die Tatsache, dass fast unmerklich, aber dennoch kontinuierlich der Putz von den Waenden rieselt. Wollmaeuse weisen darauf hin, dass Stoffe und Tapeten Fasern, Gegenstaende aller Art kleinste Teilchen verlieren. Die Dinge nutzen sich ab. Reparaturen oder gar Neuanschaffungen werden noetig.

Unser Koerper ist vielfaeltigen Veraenderungen unterworfen. Belege dafuer koennen sein, Hautteile, Schuppen, die sich in Matrazen, im Badewasser und in Kleidungsstuecken wiederfinden. Wir altern. Hunger, Durst, Muedigkeit signalisieren Veraenderungen. Der Gewissheit: Ich bin jetzt satt, folgt die Gewissheit: Ich habe Hunger. Wir beschließen den Tag mit der Gewissheit fuer heute genug getan zu haben, um am naechsten Morgen mit der Gewissheit aufzustehen, dass es noch viel zu tun gibt. Die Gewissheit, dass eine bestimmte Dienstleistung von einem ganz bestimmten Betrieb angeboten wird, muessen wir aufgeben, wenn dieser Betrieb schließt.

Beton in den Städten, Tomaten auf den Augen und Bohnen in den Ohren?

Waehrend wir den Verlust alltaeglicher Gewissheiten in der Regel – gelegentlich unter Unmutsbezeugungen akzeptieren – gibt es eine Art von Gewissheiten, die wir nur schwer oder gar nicht aufgeben moechten oder koennen. M.E. handelt es sich dabei um die Gewissheiten, mit denen wir am laengsten vertraut sind. Menschen neigen dazu an lang vertrauten Gewissheiten auch gegen andersartige Ereignisse festzuhalten. Je geringer die Anzahl der Ereignisse ist, die einer bestimmten Gewissheit entgegenstehen, desto leichter scheint dies zu gelingen. Der bekannte Spruch: „Die Ausnahme bestaetigt die Regel!“ kann fuer derartige Konstruktionen stehen. Man bezeichnet dies als „Nicht-Wahrhaben-Wollen“. Max von der Gruen beschrieb in seinem Buch „Wie war das eigentlich?“ ueber seine Kindheit und Jugend im Dritten Reich das Phaenomen, dass die Menschen oft bemerkten, wenn sie von Graeueltaten hoerten: „Wenn das der Fuehrer wuesste!“ Er bewertete dies als Flucht aus der Verantwortung und Ergebnis einer geschickten Progaganda. Im augenblicklichen Zusammenhang dient mir dieses Phänomen außerdem zur Vervollstaendigung der Betrachtung menschlichen Verhaltens an teuren Gewissheiten festhalten zu wollen. Der Wert des einmal Gefassten wirkt kontraproduktiv auf unsere lebensnotwendige Faehigkeit adaequat zu denken und zu handeln. Der Asphalt unserer Staedte, der Beton unserer Gebaeude macht die zivilisierte Scheinwirklichkeit fundamental. Erst Naturkatastrophen – Verbrechen und Kriege in aehnlicher Weise – wecken das Grauen vor dem Verlust unserer Gewissheiten.

Verwandeln von Gewissheiten in Annahmen und Praesenz

Menschen duerften den Blick fuer die Realitaet verlieren, wenn sie an Gewissheiten unbeirrt festhalten moechten. Letzteres praegt aus meiner Sicht das Schicksal Einzelner und ganzer Kulturen genauso wie das Schicksal von Metaphysikern, die sich als Philosophen bezeichnen, aber laengst den menschlichen Boden unter ihren Fueßen verloren haben, waehrend sie aus alter Gewohnheit nach letzten Gruenden, also nach unwandelbaren Gewissheiten suchen. Dass wir ueber derartige Vorhaben nicht mehrheitlich in schallendes Gelaechter ausbrechen, duerfte ein Indiz dafuer sein, wie nah vielen von uns das Beduerfnis nach letzten Gewissheiten sein duerfte. Metaphysiker gehen beispielhaft voran: Sie stuerzen sich denkend in Abgruende, woraus sie sich in den quasi-religioesen Glauben ihrer Erkenntnisse retten. Menschliches Leben aber kann nicht mehr als voruebergehende Gewissheiten schaffen. Um unser ‚handeln‘ adaequat vollziehen zu koennen, scheinen mir kurzlebige Gewissheiten voellig ausreichend. „Jeder Schritt ist der erste!“ lautet ein Koan aus Rolf Reinholds Philosophie. Gewissheiten sind ihm unbekannt. Er geht konsequent von Annahmen aus. Mein lange verstorbener Metaphysiklehrer meinte: „Es kommt auf die Gegenwart an.“ Gegenwart war fuer ihn jeder einzelne, kleinste Jetztpunkt (Augenblick) einer langen Reihe von Jetztpunkten und einzig wirkliche Ort menschlichen Handelns und Nachdenkens, der sich beim Tun verfluechtigt.

‚handeln‘ – einige Anmerkungen


‚hinsehen‘ und ‚herausfinden‘ als Ausgangspunkt

Meine Sichtweise auf ‚handeln‘ ist inzwischen durch ‚hinsehen‘ gepraegt. D.h. ich gehe davon aus, was m.E. jeder andere auch sehen kann, wenn er moechte. Wenn ich von Beobachtungen spreche, handelt es sich um Auswertungen meines ‚hinsehen‘, die ich auch als Schlussfolgerungen bzw. Spekulationen bezeichnen kann, um zu verdeutlichen, dass diese sich erst einmal nur für mich als zutreffend erweisen koennen. Es gibt m.E. keinen neutralen Standpunkt bzw. kein apriorisches Wissen, das sich zur Ueberpruefung meiner Schlussfolgerungen bzw. Spekulationen eignete. ’nachdenken‘ anderer darueber und ‚herausfinden‘, was es damit auf sich haben koennte, schon eher. Fuer alle Einwaende bzw. Kommentare brauche ich von meinen Gespraechspartnern Konkretes, um zu kapieren, wovon sie sprechen – ja, ich bin geradezu versessen darauf und stoere so zum Nachteil des Diskurses die Kreise anderer, die sich dadurch in Frage gestellt fuehlen. Dieses Handicap meines ‚philosophieren‘ duerfte vielen den Zugang zu ‚physistisch philosophieren‘ verwehren.

‚handeln‘ vollzieht sich ‚je nach dem‘ anders auf der Grundlage eines momentanen physischen Zustand

‚handeln‘ geschieht unterschiedlich ausgepraegt und unterschiedlich haeufig und doch als von physischen Zuständen ausgehend. Menschen atmen, gehen, sprechen, verdauen … je nach den Gegebenheiten ihrer augenblicklichen Verfassung und der Situation, auch im Hinblick auf Ziele – sagen sie. Dieses laesst sich m.E. auch so zusammenfassen: Der Mensch handelt ‚je nach dem‘ anders und folgt doch momentanen physischen Zustaenden bzw. eigenen Plaenen. Dass letztere ‚handeln‘ wirksam steuern, scheint mir unwahrscheinlich. Nach meinen Beobachtungen versagen menschliche Plaene, wenn unbekannte Situationen eintreten. Mein ‚hinsehen‘ ergab bisher: keine Situation gleicht einer anderen. Die Vergleichbarkeit duerfte sich nur aus der ‚Sache‘ ergeben, um die es geht. M.E. genuegt dies fuers erste, die grundsaetzliche Wirksamkeit von ‚planen‘ ausreichend fraglich erscheinen zu lassen. ‚handeln‘ duerfte also – ohne die behauptete Wirksamkeit bewusster Plaene – das jeweilige momentane Ergebnis, die Entscheidung aller koerperlichen Funktionen einschliesslich aller neurophysiologischen Aktivitaeten sein. Hinweise auf geistige und seelische Funktionen halte ich fuer traditionelle, metaphysische Erklaerungsmodelle. Sie entbehren jeder konkreten Grundlage und scheinen so untauglich fuer ‚physistisch philosophieren‘. Physistik verwendet gleichfalls Erklaerungsmodelle, die sich von anderen dadurch unterscheiden, dass sie ueberpruefbar sind.

Traditionelle Theorien und Systeme ignorieren Merkmale von ‚handeln‘

Das Sowohl-als-auch von ununterbrochenen Veraenderungen und momentanen physischen Zuständen des ‚handeln‘ ist mit systematisch-theoretischen Mitteln nicht zu fassen, denn Systematisches braucht feste Bezugspunkte, die pragmatisch m.E. nicht gegeben sein koennen. Welche Situation, welche augenblickliche Verfassung wiederholt sich? Trotzdem entwerfen Wissenschaftler Handlungstheorien und Philosophen Systeme fuer Ethiken und Moral und fordern andere auf, diese Erfindungen umzusetzen. Als Spezialisten fuer Systeme des Menschlichen koennen Philosophen und Psychologen gelten, die sich dazu heute zunehmend selbstverstaendlicher auf neurobiologische Ergebnisse stuetzen. Sie gehen dabei ferner von Annahmen wie ‚Geist‘, ‚Bewusstsein‘, ‚Ich‘, ‚Wollen‘, ‚Vernunft‘, … aus, die sich aus physistischer Sicht bisher als unueberpruefbare Denkfiguren erwiesen haben. Ich moechte deren Gebrauch daher niemandem streitig machen, moechte sie aber dem Bereich der Metaphysik zuordnen und aus ‚Eigentliche Philosophie‘ ausklammern. Sowohl der metaphysische Rahmen als auch die innerhalb der Metaphysik aufeinander bezogenen Denkfiguren und Bezeichnungen haben quasi religioesen Glaubenscharakter und stehen fuer deren Vertreter in der Regel nicht zur Disposition. Im Diskurs erweisen sich der Rahmen ‚Metaphysik‘ und ‚Metaphyzismen‘ als ‚ergebnisabschließend‘ (‚das ist so‘) und daher kontraproduktiv.

Skepsis wird als Instrument von ‚handeln‘ vom Mainstream der Philosophie ausgegrenzt

Innerhalb der Philosophie scheint ‚hinsehen‘ bzw. Skepsis als fragwuerdige bzw. unbrauchbare Qualitaet des Philosophierens zu gelten. Religioes-glaeubige Philosophen des ausgehenden 17. Jahrhunderts  sahen in der Skepsis neben dem Atheismus einen Hauptfeind der Religion und wahren Philosophie, also eine Gefahr für deren Wahrheit und Wahrheiten. Die Feindseligkeit glaeubiger Weltbilder gegenueber der Skepsis aeussert sich noch heute in der ueblichen, die Sache verkürzende  Gleichsetzung von Skepsis und Zweifel (u.a. bei Wikipedia). Das Herkunftswoerterbuch von Duden gibt die seit dem spaeten 17. Jahrhundert in Gelehrtenkreisen gebraeuchliche Bedeutung deshalb auch mit „Zweifel und Bedenken“ wieder. Die urspruengliche Bedeutung „Betrachtung, Untersuchung, Pruefung“ ist im Alltag und in den Menschenwissenschaften aus der Mode gekommen. Philosophen scheinen dies auch entgegen philosophiehistorischer Forschungen zu uebersehen. Meiners Enzyklopaedie der Philosophie aber nennt Skepsis als Bezeichnung fuer die ‚eigentliche Philosophie‘.

’sich in Frage stellen lassen‘

Geschichtlich gewachsenen Feindbildern ist diskursiv nicht beizukommen. Dazu braucht es Menschen, die bereit sind, sich im Diskurs in Frage stellen zu lassen. ‚physistisch philosophieren‘ ist ein Angebot an solche Menschen.

‚handeln‘ kann dieses Sich-in-Frage-stellen hervorrufen. Menschen handeln ‚je nach dem‘, d.h. situativ. Sie handeln auch nach Mustern: „Ich handle immer so …“ Wenn es zutrifft, dass ‚handeln‘ von der jeweiligen Verfassung und der Situation abhaengt, dann duerfte dies in unserer Kultur die tradierte Befuerchtung hervorrufen, es werde hier die menschliche Freiheit verneint und unverzichtbare Werte aufgegeben. Diese Befuerchtung ist menschlich. Menschen waehnen sich durch Gewohntes in Sicherheit und in greifbarer Naehe zu ewigen Dingen. Kants Entwurf einer transzendentalen Philosophie ist m.E. ein Beispiel dafuer. Seine Abstrakta entsprechen den Kriterien des Gewohnten.

Dichotomische Sichten vermischen ‚handeln‘ mit unbrauchbaren Spekulationen

Die Moeglichkeit menschlicher Entscheidungsfreiheit verneine ich nicht. Ich verneine aber, dass der unueberpruefbaren Denkfigur Ich dieses ‚handeln‘ zugeschrieben werden koenne. ‚Ich‘ und alle weiteren Metaphyzismen sind m.E. Produkte eines dichotomischen Philosophierens, das den Menschen geteilt in Koerper|Geist auffasst. Im Laufe der Entstehung unserer Kultur haben sich aus dieser Vorstellung heraus  Prinzipien zur Bewertung von Handeln eingebuergert, die uns heute unnoetigerweise einschränken und so den Blick auf moegliche andere Prinzipien verwehren. Das Produkt Koerper|Geist taugt heute m.E. nicht mehr, weil es so aussieht, dass immer mehr Menschen von ihrer individuellen Verfassung und ihren konkreten eigenen Gegebenheiten ausgehen moechten, um herauszufinden, wie sie wirksam handeln bzw. ihre Wirksamkeit verbessern koennen. Menschen moechten sich an Vorstellungen orientieren, die zu ihrem Leben und nicht zu Theorien anderer passen. Sich an diesen Orientierungen anregend und redlich zu beteiligen halte ich fuer ein menschlich lohnendes, philosophisches Betaetigungsfeld.

Theorien im wissenschaftlichen Diskurs


Ein Beitrag zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung.

Ich gehe davon aus, dass der Mensch nur das denken kann, was seine physische Organisation – zu denen seine Sensoren gehoeren – ihm zur Verfuegung stellt. Diesen Gedanken stellte ich vor kurzem in einer interdisziplinaeren, universitaeren AG zum Diskurs. Dieser Gedanke sei trivial, niemand gehe davon aus, dass es anders sei, schallte mir entgegen. Die Antwort verblueffte mich. Ich stolpere naemlich seit Jahren darueber, dass Wissenschaftler von Theorien ausgehen, anstatt von dem, was wir sensorieren koennen.


Neurobiologie und Neuropsychologie

Ein Beispiel kann illustrieren, wie ich ins Stolpern komme.

„Das Interesse an den neurobiologischen bzw. neuropsychologischen Vorgaengen, die menschlichen Lern- und Entwicklungsprozessen zugrunde liegen, hat sich in den letzten Jahren zusehends gesteigert. … In zunehmendem Masse gerieten die Grundlagen der menschlichen Persoenlichkeitsentwicklung, der Handlungsplanung, der Ich-Funktionen oder der zwischenmenschlichen Kommunikation in den Blick, also das, was man als wesentliche Bereiche der menschlichen ‚Psyche‘ zu bezeichnen geneigt waere.“ [Guenter Schiepek (Hg.): Neurobiologie der Psychotherapie. (u.a. mit Beitraegen von Gerhard Roth, Manfred Spitzer, Manfred Lambertz, Volker Perlitz, Kai Vogeley, Christian Schubert …) Stuttgart (Schattauer) 2003,  S. 1.] Auszug bei Google-Buch

Die Psychologie verwendet philosophische Begriffe

Ich stolperte zuerst ueber den Terminus  „Interesse an den neurobiologischen bzw. neuropsychologischen Vorgaengen“. Mir ist bekannt, dass es mindestens seit dem 17. Jahrhundert ueblich ist, Gehirn und Psyche wissenschaftlich zu korrelieren. U.a. hat auch die Idee „Aether“ die wissenschaftlich-neurobiologische Szene dieser Zeit beherrscht. Man versprach sich eventuell von ihr, den „Begriff“ bzw. das Erklaerungsmodell „Psyche“ konkretisieren zu koennen. In diesem Sinne hat dann Christian Wolff’s Auffassung von Psychologie im 18. Jahrhundert zusammen mit den Forschungsergebnissen von Naturwissenschaftlern wie z.B.   Joseph Priestley , Charles Bonnet und Samuel Thomas Soemmering europaweit psychisches Geschehen im Gehirn verortet. Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts gingen davon einvernehmlich aus, wie u.a. Soemmerring in einem Brief an Kant erwaehnte.

Die dichotomische Theorie dahinter

Auch folgendes steckt m.E. hinter dem einleitenden Text bei Schiepek. Man moechte  Neurobiologisches und Neuropsychologisches als einander Ebenbuertiges auffassen. Die Annahme, dass Seelisches und Koerperliches sich in praestabilisierter Harmonie befaenden, wie z.B. bei Leibniz nachzulesen, mag die Selbstverstaendlichkeit solch wissenschaftlichen Hantierens zusaetzlich erlaeutern. Die m.E. ausschlaggebende Theorie dahinter aber heisst: Der Mensch besteht aus Koerper und Geist. Oder wie Descartes unterschied: Es gibt „res cogitans“ und „res extensa“. Die „res cogitans“ sei der „res extensa“ ueberlegen, fuehrte er weiter aus und folgte so alten ontologischen Auffassungen. Daraus folgerte er: Denkend erfasse der Mensch seine und jede andere Wirklichkeit, wenn er nach bestimmten Methoden vorgehe. Diese Methoden haben quasi apriorischen Charakter . Derartiges stellte meine oben erwaehnte Annahme, der Mensch kann nur denken, was er sensoriert, auf den Kopf und ich überlegte, wie auf diese Art und Weise sensorieren und denken verbunden sein könnten.

Frag-würdige Überprüfung von Theorien

Das ergab fuer mich die Vermutung, man wende wissenschaftlich bereits seit langem erhobene psychologische Termini und Erklaerungen auf neu entdeckte naturwissenschaftliche Sachverhalte an. Diese Vorgehensweise zieht sich durch jede Wissenschaftsgeschichte. Die dabei möglicherweise intendierte Ueberpruefung von Theorien, indem man sie anwendet, duerfte aber kaum gelingen, solange man sich grundlegenden Fragenstellungen an die eigene Theoriebildung entzieht, wie z.B. der folgenden:  Es soll naemlich „… hier davon ausgegangen werden, dass eine … Bezugnahme von geistigen Phaenomenen auf Hirnprozesse prinzipiell moeglich ist, …“ (Schiepek, 424)  Solche selbstverstaendlich verwendeten Voraussetzungen veranlassen mich stets zu grosser Distanz gegenueber dem, was dann als „wissenschaftliche Erkenntnisse“ praesentiert wird. Es war in diesem Fall z.B. voellig unklar, was der Terminus ‚geistige Phaenomene‘ bezeichnen soll. D.h. es wurde eine weitere Denkgewohnheit unhinterfragt verwendet. Diese Denkgewohnheit implizierten u.a. Mitbedeutungen wie: Geist sei etwas und habe die Macht oder Kraft auf unseren Koerper zu wirken.

Der selbstverständliche Gebrauch von Denkgewohnheiten wirkt verhängnisvoll

Hume hatte dieses „Wissen“ im 18. Jahrhundert m.E. durch Hinsehen auf die Dinge gruendlich in Frage gestellt.  Die Mehrzahl der Wissenschaftler zeigte sich seit Jahrhunderten unbeeindruckt von seinen Anregungen. Mir faellt es leicht zu Humeschen Beschreibungen ja zu sagen. Ich habe aus eigenem Erleben die Wirksamkeit selbstverstaendlich gueltiger Denkgewohnheiten und Auffassungen kennen gelernt. Ich bin ueber ihre negativen Folgen fuer mein Handeln nachdenklich geworden. Deshalb unterstelle ich Wissenschaftlern versuchsweise, dass sie das gleiche Verhaengnis wie ich erleiden. Sie leiden moeglicherweise an der platonisch-aristotelischen Krankheit, Dichtungen fuer Konkretes zu halten und sind unermuedlich auf der Suche nach Anzeichen dafuer, dass ihre in diesem Kontext erfundenen Theorien „wahr“ sind.

Wie weitreichend die Auswirkungen solcher Vorgehensweisen sind, liess sich fuer mich am zweiten Teil des Eingangszitates erahnen: „In zunehmendem Masse gerieten die Grundlagen der menschlichen Persoenlichkeitsentwicklung, der Handlungsplanung, der Ich-Funktionen oder der zwischenmenschlichen Kommunikation in den Blick, also das, was man als wesentliche Bereiche der menschlichen ‚Psyche‘ zu bezeichnen geneigt waere.“ Hier sollen komplette psychologische Forschungsbereiche im Verein mit voellig unterschiedlichen Auffassungen ueber „Persoenlichkeit, Handeln, Ich und Kommunikation“ miteinbezogen und mit neurobiologischen Grundlagen ausgestattet werden. Ich fragte mich, ob der Herausgeber sich nicht doch etwas viel vorgenommen hat. Koennte es sein, dass unerforschte Voraussetzungen zur Omnipotenz verleiten? Konkrete Beispiele fuer derartige Vermutungen kenne ich.

Neurobiologisch gestützte Spekulationen statt ‚hinsehen‘ auf die Dinge

Ich interpretierte diesen Ansatz schliesslich als Hinweis darauf, dass man daran interessiert sei, das Gespraech ueber neurobiologische Forschungsergebnisse nicht zu versaeumen, ohne sich ueber die eigenen Voraussetzungen Gedanken zu machen. Anders gesagt, ich hatte den Eindruck, man moechte bisher geuebte Theorien beibehalten und sie auf neurobiologische Forschungen stuetzen koennen. Aehnliches schien ein Mitautor des Schiepek-Bandes,  Kai Vogeley anzunehmen, wenn er von „neurobiologisch gestuetzten Spekulationen“ spricht. (Vgl. Kai Vogeley: Selbstbewusstsein, soziale Kognition und Hirnruhezustand . Aus einer Online-Veroeffentlichung der Arbeitsgruppe „Signsofidenty“ der Philosophischen Fakultaet der Leibniz Universitaet Hannover.)

Die Fragwuerdigkeit eigener Grundlagen wird ignoriert

Daraus folgerte ich, in dem vorliegenden Band wurden Theorien vor das Hinsehen gesetzt und so neu Sensorierbares gewohnheitsmaessig interpretiert. Das entsprach nicht meiner Sicht auf den Zusammenhang zwischen ’sensorieren‘ und ‚denken‘. Ich lasse Sensoriertes von meiner physischen Organisation verarbeiten und warte ab, welche Worte mir dazu einfallen. Marginalisiert wird dabei ausserdem, dass man innerhalb der Psychologie laengst bemerkt hat, dass Selbstverstaendlichkeiten sich aufloesen: „In den Kulturwissenschaften, in der Soziologie und der Psychologie ist fraglich geworden, inwieweit … und in welcher Form Begriffe wie „Subjekt“, „Person“, „Ich“, „Selbst“, die zum Grundbestand alteuropaeischer Denktradition gehoeren (Luhmann), … der Dekonstruktion standhalten koennen.“ Ebd.

Der Konsens – so fiel mir dazu ein -, den Augustin von Thagaste mit Freunden und Verwandten Ende des 4. Jahrhunderts in der Naehe von Rom herstellen konnte, dass der Mensch aus Geist und Koerper bestehe, ist schon seit laengerem nicht mehr unser Konsens.

Folgen: unzutreffende Schlussfolgerungen

Theorien über Menschliches gehen implizit immer noch davon aus.  So kommt es im Fall der „Neurobiologie der Psychotherapie“ zu weitreichenden, aber aus meiner Sicht sehr irrtumsträchtigen Aussagen, weil der Sachverhalt nicht beobachtbar ist: „Zumindest kann die Neurobiologie heute in groben Zuegen angeben, ‚wie das Gehirn die Seele macht‘.“ (Ebd. S. 41.) Mir fiel dazu ein Gespraech mit meinem Schwager ein, der als Physiker auf neurobiologischen Terrain forscht. Er sah ausgehend von der Sache keinerlei Moeglichkeiten derartige Aussagen machen zu koennen. Die experimentellen Settings zu diesem Thema verbinden nichts weiter als Aussagen der Probanden mit ihren Messergebnissen. (Vgl. Benjamin Libet : Mind Time. Frankfurt am Main (Suhrkamp TB) 2007, S.34ff. ) Derartige Schlussfolgerungen verbunden mit folgender verschlagen mir die Sprache. „Die Ergebnisse der Hirnforschung sowie der entsprechenden medizinischen Disziplinen machen plausibel, dass es sich bei der Beziehung zwischen mentalen Zustaenden und Hirnprozessen um eine sehr enge Korrelation handelt.“ (Schiepek, 424) Das wunderte mich nicht, denn man war ja bereits davon ausgegangen, dass diese Beziehung moeglich sei. Es verstärkte meine Idee, dass die wissenschaftshistorische Erforschung des Bezuges von Theorien zu Konkretem sehr wichtig sein dürfte.

Ich moechte anfuegen, dass auch ich ohne Theorie nicht handeln und forschen kann. Ich nenne das, wovon ich denkend und handelnd im Hinblick auf mein ’sensorieren‘ ausgehe, dank eines gruendlich ueberlegten Vorschlages von Rolf Reinhold, Annahmen – kleine Wolken. Sie haben den Vorteil, dass ich sie stets auf Konkretes beziehen und daher auch leicht korrigieren kann.

Man sieht, was man sieht und sieht nicht, was man nicht sieht.

Komplexe Theorien wie im Eingangszitat erwaehnt, die weitere wie „Ich“, „Bewusstsein“, „Geist“, „Seele“, „Subjekt“, „Objekt“ implizieren, scheinen infolge ihrer jahrhundertelangen Tradition des selbstverstaendlichen Gebrauches den Anschein von Fachwissen zu erwecken. Die Gewohnheit, Voraussetzungen im Sinne von Wissen anzuwenden, fuehrt vermutlich dazu, zu behaupten: Wir gehen alle denkend nur von dem aus, was wir sensorieren.

„Man kann doch sehen, dass die eine Billiardkugel die Ursache dafuer ist, dass die andere sich in Bewegung setzt!“, wurde Hume – und wird jedem der dies demonstriert – gegen seine auf ’sensorieren‘ bezogene skeptische Auffassung zum Dogma der Kausalitaet entgegengehalten. Was wir sehen, so antwortete Hume, ist, dass ein Ereignis dem anderen folgt. Rolf Reinhold wuerde ergaenzen, insofern ist das erste Ereignis die Ur-Sache. Hume resuemierte weiter, wir finden nichts an  einem erstmaligen Ereignis, das uns veranlassen koennte, konkrete Wirkungen verlaesslich vorauszusagen. Erst wenn wir wiederholt erlebt haben, dass einem bestimmten Ereignis immer wieder ein weiteres aehnliches Ereignis folgt, sagen wir: Wir sehen, dass das erste das zweite bewirkt. Hume fiel nichts Plausibleres ein, als dies Gewohnheit zu nennen, wobei er einraeumte, nicht zu wissen, wie es dazu kaeme. Derartige erworbene Sehgewohnheiten beherrschen als Erwartungen unser menschliches Denken und Handeln ueberall. Menschen neigen dazu, ihre Erwartungen bestätigt zu sehen. Darin duerften auch Wissenschaftler keine Ausnahme machen.

Fragwürdige Sicherheiten aufgeben

Wir sollten Sehgewohnheiten verlassen koennen, wenn wir interdisziplinaer weiter kommen moechten. Ich moechte aber warnen: Dabei koennte sich folgendes ergeben: „Die wahrgenommene qualitative Verschiedenheit der sich in der psychischen und der neuronalen Dimension manifestierenden Phaenomene liegt … an der unterschiedlichen Repraesentation ein und desselben Geschehens im Bewusstsein des Betrachters.“ (Mike Luedmann: Schizophrenie im Angesicht des Leib-Seele-Problems. Journal fuer Philosophie & Psychiatrie, Jg. 2 , 2009, Ausgabe 1.) Fachwissenschaftler duerften diesen Vorgang als schmerzliche Dekonstruktion eigenen Wissens erleben. Wenn ferner entsprechende Forschungsprogramme durchaus relevante Ergebnisse fuer die psychologische Praxis ergeben, auch „… wenn eine reduktive Erklaerung mentaler Phaenomene scheitert. …“, duerfte dies weitreichende Folgen fuer die jeweilige Wissenschaft haben. (Vgl. Guenter Schiepek: Die neuronale Selbstorganisation des Selbst.Ein Beitrag zum Verhaeltnis von neuronalen und mentalen Prozessen aus Sicht der Synergetik* (*Wissenschaft der Selbstorganisation)PDF-Datei.

Physistik statt Metaphysik

Traditionelle Sehgewohnheiten zu merken, scheint mir daher ein nuetzlicher Beitrag für den interdisziplinaeren Diskurs. Rolf Reinhold’s Idee Dinge zu beschreiben, die wir gemeinsam aspektualisieren können, koennte dazu beitragen unsere Basisannahmen nicht nur denkend gegenwaertig und so revidierbar zu halten, sondern sie auch so ueberschaubar wie nur moeglich zu halten.

Rational auf ‚physistisch‘

So rechnete Descartes sich Gott aus:

Ich bin ein denkend Ding – also ist Gott ein denkend Ding.
Ich kann mir Gott nur vollkommen denken – also ist Gott vollkommen und zwar so vollkommen, vollkommener geht es gar nicht, ergo gibt es nach Gott nichts mehr! Alles, was ich mir denke, ist auch in Gott enthalten.

Eine Milchmaedchenrechnung ist das in meinen Augen. Sie verraet allzu leicht die Absicht ihres Urhebers und bei mir verstimmt sich da was, so als haette ein kalter Luftzug meinen Nacken beruehrt, sodass ich mich spontan umdrehe, um zu sehen was da sein koennte.

Pluralog

Doch der Schrecken kommt aus meinen Eingeweiden, die erschrecken darueber, dass nur noch der Kopf und sie nichts mehr mit meinem Leben zu tun haben koennten. Das geht doch gar nicht!, schreien einige 1000 Neuronen laut. Ohne Input kein Output, das weiss doch jeder spaetestens seit dieser inputversessene Roboter einen amerikanischen Pass bekommen hat.

  • Wie kommt es, dass Menschen nicht merken, was sie sich antun, wenn sie selbst glauben, sie seien ein „denkend Ding“ , fragt sich mein Kopf und runzelt die Stirn.
  • Da ist nur Kant dran schuld, der hat doch die Vernunft zum Primaten gemachte, ruepelt meine Leber und laeuft gruen an.
  • Aber das kann doch fuer Descartes nicht zutreffen, der hat doch 300 Jahre frueher philosophiert, gibt mein vorderer Stirnlappen zu bedenken.
  • Dann eben die Kirche, meint mein rechtes Ohr.
  • Auch in der Kirche sind doch Menschen, faellt meinem linken Knie ein.
  • Mein Bauch sagt: Denkt doch an die RRRR-Erklaerung.
  • Das hast Dir doch gerade ausgedacht, piepst meine Zirbeldruese.
  • RRRR – rollt meine Nase vor sich hin. Ich glaube, ich kann’s schon riechen. Die RolfReinholdRichardRorty Erklaerung.
  • Die beiden Typen kenn ich, schmatzt die Zunge.

Keinen Hut auf, aber davon reden

  • Nun komme ich und sage: Seid mal alle still, so kann ich doch nicht denken.
  • Protestgeschrei wird laut: Wir denken doch alle mit.
  • Ja, das mag schon sein, aber ihr seid zu laut. Wie soll ich da alles unter einen Hut kriegen.
  • Die Haare wispern: Die hat gar keinen Hut auf.
  • Alles Metaphorik, raunen meine Stimmbaender, die wir inszenieren.

RRRR

  • Also, was ist das nun mit der RRRR-Erklaerung? fragen die Fuesse, wir muessen das alles wieder ausbaden.
  • Die RRRR-Erklaerung ist ganz einfach: Alles, was Menschen tun, ist kontingent.
    Oder wie Rolf Reinhold sagt: Niemand macht freiwillig Fehler.
  • Das kann man wenigstens kapieren, schnurrt meine Bauchspeicheldruese.
    Ich mache auch immer nur das, was geht. Und manchmal bin ich  dysfunktional.

Man koennte auch sagen, melde ich mich wieder, Menschen sehen ihre Grenzen nicht, weil sie Grenzen haben. Das sind aber zwei Arten von Grenzen. Die letzteren sind die von anderen uebernommenen, die dadurch entstehen, dass jeder alles so machen moechte, wie die anderen es machen. Weil Menschen es moegen, wenn andere sie akzeptieren. Und die anderen sind Grenzen, die man entdeckt, wenn man die Dinge so macht, wie man sie selber machen moechte.

  • Dass Du Grenzen hast, siehst Du?  fragen die Amygdalaes.
  • Ich glaub schon.